Seedbank of Love & Stories

Der Anfang – Irland

2014-2017

Die Seedbank of Love & Stories beginnt in Irland. Genauer: im Postamt von Doohoma, einem kleinen Ort an der Nordwestküste Irlands:

Ein altes Postamt im Nord-Westen Irlands. Dort, wo bald hinter den Klippen der Atlantik beginnt und die Flugzeuge, die in Richtung Amerika fliegen, ihr letztes Abschiedsignal nach Europa hin schicken. Eine Frau mittleren Alters steht hinter dem Schalter. Rechts vor ihr ein Ständer mit Postkarten, die hier wohl schon recht lange stehen. So viele Touristen verirren sich nicht hierher. Der Vorraum war früher mal als Geschäft in Gebrauch. Inzwischen sind die meisten Regale leer. Es lohnt sich nicht mehr.
 
Als ich den Vorraum des Postamts von Dú Thuama / Doohoma entdecke, erinnert er mich an einen fast vergessenen Ort. Einen Ort, an dem die Geschichten der Welt zusammen laufen. Und von dem aus sie auch wieder verteilt werden können. Er erinnert mich an den alten Ort, an dem die Verbindungen zwischen Menschen erinnert werden und von wo sie auch sichtbar gemacht werden können. An den Nabel der Geschichten der Welt.

Im Gespräch zeigt sich, daß dieser Eindruck stimmt. Denn hier kamen schon früher – direkt, über Telefon oder als Brief – die Geschichten des Dorfes und auch seiner ausgewanderten Bewohner zusammen. Die kleinen Geschichten der Menschen, die Geschichten, die uns täglich passieren und bewegen.


Seedbank of Love & Stories macht diesen Ort als Austauschort für Geschichten sichtbar – und mit ihm die Menschen, deren Geschichten er beherbergt. Und Seedbank of Love & Stories lädt jeden ein, selber eine Geschichte beizutragen und gegen eine andere einzutauschen, dabei vielleicht die Menschen hinter ihren Geschichten zu erkennen – und selber erkannt zu werden.

Wir eröffnen die “Seedbank of Love & Stories” am 11. März 2016. Sie ist aktiv in Betrieb bis zur Schließung der Post Ende 2017.

Seedbank of Love & Stories wird realisiert in Zusammenarbeit mit Doris Affeldt, Doohoma. Unterstützt werden wir dabei von Ann Heston, der Postfrau und ihrem Sohn Joseph – und von Bewohnern von Doohoma.

Der Anfang ist finanziert durch das “Projektstipendium Bildende Kunst 2014” der LH München.

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