Das KloHäuschen

seit 2009

Als sie den Raum zum ersten Mal von innen sah, war er wie verzaubert. Er hatte geschlafen …

Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle

Das KloHäuschen ist ein Raum im Klohäuschenhaus am Westeingang der Großmarkthalle München. Der kleine, vorne im Eck. Im Klohäuschenhaus befinden sich öffentliche Toiletten z.B. für Kunden des Großmarkts. Und das KloHäuschen ist das ehemalige Herrenpissoir. Anders als die anderen Toiletten ist es nur von Außen zugänglich. Und seit einigen Jahren war es zugesperrt. Als ich das KloHäuschen entdecke, bin ich sofort verliebt. Und seit dem 01.01.2009 miete ich mit dem realitaetsbüro den ungefähr 8 qm großen Raum. Und zusammen machen wir die Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle.

Die Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle nehmen den Raum wieder in Gebrauch. Machen seine Schönheit sichtbar. Und laden Gäste ein, mit dem KloHäuschen zusammen zu arbeiten, den Ort in seiner natürlichen Schönheit zu sehen, in Interaktion mit ihrer eigenen Arbeit zu erkennen und zusammen einen immer neuen Raum sichtbar zu machen.

Gäste & Veranstaltungen

Oft sind unsere Gäste Bildende Künstler, aber auch andere wie zum Beispiel Wissenschaftler, Theaterleute, Musiker, Architekten. Und aus der Zusammenarbeit der Gäste mit dem KloHäuschen entstehen im besten Fall Arbeiten und Situationen, die so nur in dieser Kooperation möglich sind.

So wird das KloHäuschen zum Faultierkäfig, zur Ferienwohnung, zum Küchenstudio, zur Grotte, zum Bulgarischen Pavillon der Venedigbiennale, zum Wald, Hörsaal, Naherholungsgebiet. Es blitzt oder tropft oder schnarcht. Es ist von allen Seiten gleichzeitig zu sehen. Betanzt von innen, bestrickt von außen, oder überschwemmt. Oder überschwämmt. Meditiert, geputzt, erleuchtet, vertont. Und genau einmal alle 2 Jahre, zur KloHäuschen Biennale, da kommt ein Kurator* mit einer “Kunstausstellung” zu Gast.

Die Arbeit ist dann immer von Außen sichtbar. Jederzeit. Denn schließlich sind wir im Öffentlichen Raum. Normalerweise gibt es pro Gast eine öffentliche Veranstaltung – das kann eine Eröffnung sein. Aber auch ein Bergfest, eine Filmpremiere, ein Festlicher Akt oder jegliche Form, die zur jeweiligen Arbeit paßt, ist möglich.

Filmpremiere mit Mediendienst Leistungshölle, 2019

Das KloHäuschen hat seine eigene Homepage. Bei >> AKTUELL sind dort alle aktuellen Veranstaltungen und im >> ARCHIV alle bisherigen Gäste.

Der Raum

Der Raum des KloHäuschens ist ein besonderer Raum. KloHäuschen-Raum. Die Wände bis fast unter die Decke vanillegelb gekachelt. Sechs geschwungene Pissoirs, deren Stil an ihre Geburtsstunde vor mehr als 100 Jahren erinnert. Und eine Sichtschutzwand aus transparenten Glasbausteinen (zwischen all den transparenten auch zwei gelbe und ein blauer). Sechs Löcher, die in den Boden gehen. Sechs Stöpsel dazu. Und immer fließend Wasser inklusive.

Die KloHäuschen Biennale

Seit dem Jahr 2012 richtet das KloHäuschen seine eigene Biennale aus, die KloHäuschen Biennale (KHBiX). Mit diesem internationalen Kunstevent, verwandelt es sich selbst alle 2 Jahre in einen “Ausstellungsraum” und hinterfragt damit auch, was es denn so braucht, um ein solcher zu sein. Es engagiert einen Kurator*, lädt lokale ind internationale KünstlerInnen ein, bietet ein “Kunstvermittlungsprogramm” an, und einen Katalog – und seit der 4. Ausgabe 2018 hat die KloHäuschen Biennale auch eine eigene Webseite www.kh-biennale.world. Kurz: die KloHäuschen Biennale bietet alles, was man braucht, um ein internationales Kunst-Großevent auszurichten – im KloHäuschen-Format.

Denn: “Wenn man seine eigene Biennale hat, dann ist man jemand wie Istanbul oder Venedig.”
Das weiß doch jeder.

-> Zur KloHäuschen Biennale

Auszeichnungen

Das KloHäuschen hat schon mehrere Preise bekommen.

2021 – Kunstpreis der Stadt Ebersberg
2020 – Preis für Galerien und Offspaces der LH München
2018 – Tassilo Kultur Preis der Süddeutschen Zeitung (Hauptpreis)

Das KloHäuschen wird gefördert vom Kulturreferat der LH München

Presse

Immer wieder steht das KloHäuschen in der Zeitung.

Und ab und zu ist es im Radio – oder sogar im Fernsehen: hier beim Bayerischen Rundfunk, in der Sendung Capriccio (abrufbar auf der Seite der Süddeutschen Zeitung):

Zur Profanierung

In der Arbeit des realitaetsbüros sind die Maßnahmen zur Beseelung des Klohäuschens an der Großmarkthalle im Bereich der Profanierungen angesiedelt. Die Profanierungen arbeiten mit Orten, machen diese sichtbar und berührbar und nehmen diese in Gebrauch, ohne daß sie einen “Nutzen” bringen müssen.

Anders als ein “Ausstellungsraum”, eine Galerie oder ein Museum oder eine sonstige “Location” “dient” das KloHäuschen nicht dazu, daß in ihm „Kunstwerke“ ausgestellt oder verkauft oder archiviert werden oder daß es zur Kulisse für Darbietungen wird. Denn um solchen „Nutzen“ geht es nicht – kein “um zu”.

Und damit ist das KloHäuschen frei. Ein freier Raum, bereit sich hinzugeben und mit seinen Gästen zu spielen. Und zwar öffentlich.

Das KloHäuschen